Unser Empfehlungskatalog

Noch ist er im Druck, aber schon jetzt können SIe digital durch unseren diesjährigen Katalog blättern. Viel Vergnügen beim Stöbern!


Ein Buch wie eine Netflix-Serie

Philipp Buir empfiehlt

Matt Ruff - Lovecraft Country
Hanser Verlag, 24,-€

Die USA in den 1950er Jahren. Atticus Turner, ein schwarzer Veteran des Koreakrieges, hat ein Faible für Horrorgeschichten. Vor allem H.P. Lovecraft mit seinen Erzählungen vom Übernatürlichen, das der menschliche Verstand nicht zu fassen vermag, hat es ihm angetan. Doch bei seiner Heimkehr erfährt Atticus, dass sein Vater Montrose Turner zusammen mit einem wohlhabenden Weißen verschwunden ist. Die Leute erzählen, dass Montrose ein altes Familiengeheimnis lüften wollte. Obwohl sein Vater ihm immer mehr Sorgen als Freude bereitet hat, beschließt Atticus die Vergangenheit hinter sich zu lassen und macht sich auf die Suche.

Zusammen mit seinem Onkel und einer alten Freundin folgt er der Spur seines Vaters nach Neuengland, den Geburtsort  H.P. Lovecrafts und gleichzeitig der Ort mit den schärfsten Rassengesetzen in den USA. Kurz bevor sie an Ihrem Ziel ankommen, machen Atticus und seine Begleiter allerdings Bekanntschaft mit dem allgegenwärtigen Rassismus im sogenannten Lovecraft Country. Von einem Sheriff und dessen Deputys des Diebstahls beschuldigt, können sie sich gerade noch vor einer Hinrichtung mitten im

dunklen Wald retten.
Kurz darauf stößt Atticus in Ardham auf das Anwesen, in dem sich sein Vater aufhalten soll. Dieser ist allerdings momentan noch mit dem Hausherren unterwegs, und so müssen die Gefährten sich mit den Bewohnern des kleinen Städtchens herumschlagen, die scheinbar etwas zu verbergen habe. Als Montrose endlich auftaucht hat er eine eine böse Überraschung im Gepäck: Atticus Großvater, über den in der Familie nicht geredet wurde, soll nicht nur weiß gewesen sein, sondern auch eine zentrale Rolle in einem Geheimbund gespielt haben, der angeblich die heimliche Kontrolle über die Stadt hat...

Matt Ruff schafft es mit seinen Worten ein realistisches Bild der USA in den 50er Jahren zu malen - mit allen heftigen Details. Und dennoch scheint sich immer wieder der Geist H.P. Lovecrafts zwischen die Zeilen dieses Buches zu schleichen, denn oft hat man als Leser das Gefühl einem Horror auf die Schliche zu kommen, den unser Verstand eventuell nicht zu fassen vermag.
Ich persönlich könnte nicht glücklicher über diesen kleinen Tribut sein. Lesen Sie unbedingt den neuen Matt Ruff. Sie werden es nicht bereuen.

Vielschichtig und voller Überraschungen

Simone Klibingat empfiehlt

Gail Honeyman- Ich, Eleanor Oliphant

Lübbe, 11,-€

Miss Eleanor Oliphant ist einsam. Damit hat sie sich arrangiert. Sie lebt in einer kleinen Sozialwohnung und arbeitet als Buchhalterin in einer Werbeagentur. 

Ihre Tage sehen immer gleich aus. Sie geht zur Arbeit, abends liest sie ein Buch oder sieht fern und jeden Freitag kauft sie sich eine Flasche Wein und zwei Flaschen Wodka, die sie übers Wochenende trinkt. Immer so viel, dass sie nicht betrunken, aber auch nicht nüchtern ist.

Dann verliebt sie sich in einen Musiker. Sie kennt ihn nicht; sieht ihn nur auf der Bühne, aber sofort weiß sie, dass er der Richtige für sie ist und sie beschließt am Leben teilzunehmen. 


Wir begleiten Eleanor dabei wie sie sich einen Twitter-Account zulegt, in einem Kaufhaus neu einkleiden lässt und schminken lässt, wie sie Stück für Stück aus ihrem Schneckenhaus rauskommt. Das ist nicht einfach, denn mit ihr in diesem Schneckenhaus ist eine Erinnerung an ihre Kindheit. So schrecklich, dass sie gar nicht wissen will worin diese Erinnerung besteht. Sie weiß nur dass sie da ist, versteckt – selbst die Sozialarbeiterin darf nicht darüber reden.
Was als witzige Geschichte mit einer Art weiblichen Sheldon Cooper beginnt, entpuppt sich schnell als vielschichtiges Drama voller Komik. Ich habe selten in einem Buch kurz hintereinander so viel gelacht und so viel geweint. Keine Geschichte hat mich in diesem Jahr so berührt wie die von Eleanor Oliphant und am Ende war ich sogar etwas wehmütig, dass das Buch schon zu Ende ist.
Unbedingt lesenswert.

Wenn alles niederbrennt

Dennis Witton empfiehlt

Celeste Ng - Kleine Feuer überall

dtv, 22,,-€

Willkommen in Shaker Heights,einem wohlhabenden Vorort von Cleveland. Das Leben ist hier in vielen Bereichen geregelt und die Menschen halten sich an Recht und Ordnung. Shaker Heights ist Utopia und totale Kontrolle zugleich. In dieser Stadt lebt Familie Richardson. Die Mutter ist Journalistin, der Vater Rechtsanwalt. Die vier Kinder sind wohlgeraten - bis auf eine Ausnahme. Izzy will sich nicht anpassen und rebelliert gegen sämtliche Vorschriften und Regeln. Als dann noch die alleinerziehende Mia mit ihrer Tochter Pearl in den Ort ziehen, drohen die Grundfeste beider Familien zu zerbrechen. 

Celeste Ng schreibt unaufgeregt und leise von den kleinen und großen Geheimnissen, die wir voreinander verbergen und von dem Unheil, das die Wahrheit manchmal anrichten kann. Es geht um das Vorstadtidyll mit all seinen glänzenden Fassaden und den versteckten Rissen. Ein starker Roman, der den Leser tief in die Seelen seiner Protagonisten und des Amerikas der 90er Jahre blicken lässt.


Wie lange hält Würde?

Dennis Witton empfiehlt

Isabelle Autissier - Herz auf Eis

mareverlag, 22,-€

Louise und Ludovic sind übersättigt von ihrem Leben in Paris und nehmen ein Sabbtjahr. Gemeinsam wollen Sie die Welt umsegeln. Ihre Reise nimmt eine dramatische Wendung, als sie auf einer kleinen unbewohnten Insel vor Kap Hoorn vor Anker gehen, um dort den Anblick der Eislandschaften zu genießen. Die Natur schlägt erbarmungslos zu, und ein Unwetter lässt die Segelyacht untergehen. Von nun an sind Louise und Ludovic auf sich alleine gestellt. Doch wie lange kann sie ihre Liebe zueinander vor dem Verlust der Menschlichkeit bewahren?

Isabelle Autissier ist die erste Frau, die alleine die Welt umsegelt hat und weiß, wovon sie schreibt. Mit "Herz auf Eis" lässt sie den Leser tief in die Abgründe der menschlichen Seele schauen. Dieser Roman bietet auf 220 Seiten Spannung, Naturbeschreibung und Abenteuer, und hat mich stundenlang gefesselt.



Zwei Männer und ein Eishai.

Philipp Buir empfiehlt

MORTEN A. STRØKSNES - DAS BUCH VOM MEER ODER WIE ZWEI FREUNDE IM SCHLAUCHBOOT AUSZIEHEN, UM IM NORDMEER EINEN EISHAI ZU FANGEN UND DAFÜR EIN GANZES JAHR BRAUCHEN
DVA, 19,99€

Ja, ich kann mir vorstellen, was Sie bei diesem Titel denken, der bereits sehr viel von der Handlung des Buches preisgibt. Trotzdem kann ich jedem, der auch nur einmal am Meer gestanden hat, dieses Buch wärmstens empfehlen. Denn hier geht es nicht nur um die Freundschaft und den Zusammenhalt zweier Männer auf ihEin Klick aufs Buch bringt sie zu unserem Onlineshop.rer Mission einen Eishai aus dem Wasser zu ziehen, sondern auch um die unerklärliche Faszination, die das Meer auf uns alle schon seit Anbeginn der Zeit ausübt. Der Leser taucht wortwörtlich in eine Welt ein, die, obwohl sie direkt vor uns liegt, erst minimal erforscht ist, und lernt von der unglaublichen Vielfalt, mit der das Meer aufwartet.

Und doch fühlt man sich nicht von den Informationen erschlagen. Denn dieses Buch beherrscht die Balance zwischen Sachbuch und Roman perfekt. Kulisse für dieses Meisterwerk sind die Lofoten, eine Inselgruppe vor der Küste Norwegens und auch hier fällt es einem schwer, sich diese schroffe und doch wunderschöne Landschaft nicht vorzustellen und sich in den Weiten des Meeres zu verlieren. Wenn Sie auf der Suche nach einem außergewöhnlichen Buch mit einer Sprache sind, bei der Sie sich wünschen direkt an der Küste Norwegens zu stehen, merken Sie sich "Das Buch vom Meer". Sie werden unsere Ozeane nicht mehr mit den selben Augen sehen.

Mord in Horrem und Götzenkirchen!

Dennis Witton empfiehlt

Simon Bartsch
"Schwarze Angst"

Emons Verlag, 11,90 €

Regionalkrimis erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit. Viele mögen es, wenn sich die spannende Handlung an Orten abspielt, die einem vertraut sind. So sind es bei uns hauptsächlich die Köln- und Eifelkrimis, die gerne gelesen werden. Wer hätte gedacht, dass eines Tages Horrem und Götzenkirchen zum Schauplatz eines blutigen Verbrechens (natürlich nur in literarischer Form) Werden könnten?! Mit "schwarze Angst" hat Simon Bartsch einen Krimi vorgelegt, der in unserem ach so beschaulichen Dorf spielt. Es beginnt mit dem Verschwinden des zwölfjährigen Timo, dessen Leiche kurze Zeit später gefunden wird. Die zwei befreundeten Ermittler Tommy und Mike sind mit den Ermittlungen in diesem Fall betraut. Das bedeutet für die beiden eine Rückkehr in ihren Heimatort Horrem und eine Reise in dunkelsten Momente ihrer Vergangenheit. Ein spannender Thriller, der nicht wegen seines Ortbezugs lesenswert ist, sondern weil er den Leser tief eintauchen lässt in dunkle Geheimnisse und verdrängte Erinnerungen. Spannend von der ersten bis zur -mehr als überraschenden- letzten Seite. Dass man dann noch mit den Kommissaren durch unsere Heimat laufen darf, ist das Sahnehäubchen.

Mein neues Lieblingsbuch

Dennis Witton empfiehlt                                                                                                                                                                

J.L .Carr "Ein Monat auf dem Land"                                                              

DuMont Buchverlag 18,-€

Es gibt Bücher, die verfügen über eine besondere Kraft: Sie verlangsamen die

Zeit. Ich bin sicher, dass mein Herz beim Lesen von "Ein Monat auf dem

Land" langsamer geschlagen hat, als das sonst der Fall wäre. Es ist ein

ganz wunderbares Buch über Verlust, seelische Wunden und Heilung.

 

Zur Handlung: Es ist der Sommer des Jahres 1920. Tom Birkin kommt als Restaurator in den kleinen Ort Oxgodby in Yorkshire. In der Kirche soll er ein altes Gemälde freilegen. Er bezieht sein Quartier im Glockenturm und beginnt bald mit der Arbeit. Mit jedem Tag, der vergeht, legt er mehr von dem alten Fresko frei. Und gleichzeitig öffnet sich auch Tom Birkin jeden Tag mehr. Er lernt die Menschen des Dorfes kennen, schließt Freundschaft mit einem Archäologen und schafft es zum ersten Mal, über die Verletzungen der Vergangenheit nachzudenken. So öffnet er sich Stück für Stück für den Ort, seine Menschen und ein neues Leben.

Die Geschichte wird in einem ganz stillen, unaufgeregten Stil erzählt. So entfalten sich vor dem Leser die Landschaft und die Personen auf eine ganz wunderbare Weise. Nach dem Lesen geht es einem besser als zu Beginn der Lektüre.

Philipp Buir empfiehlt

Joe R. Lansdale: Deadwood Dick,

Tropen Verlag 24,95€

USA, wilder Westen, 19. Jahrhundert. Willie Nelson kommt eigentlich nur vom Einkaufen, als er durch Zufall einen Blick auf den Hintern einer Frau ergattert.

Das Problem: Willie Nelson ist schwarz und ein ehemaliger Sklave, die Frau eine Weiße. Und deren eifersüchtiger Ehemann will diese Schande nicht auf sich sitzen lassen, und schwört Willie den Tod. Dieser kann sich mit Mühe und Not aus dem Dorf retten und kommt bei einem ehemailgen Revolverheld unter. Weil ihn in seinem Dorf nur der Tod erwartet, beschließt Willie alles zu tun, um zu überleben. Er lernt schießen und reiten, legt den Namen Nat Love an und reitet aus, um sein Glück zu finden.

Von Willie Nelson über Nat Love bis hin zur Western-Legende Deadwood Dick. Begleiten Sie einen aufrichtigen Helden auf seiner Reise durch ein Land, das immer bemüht scheint, das Schlechteste in den Menschen hervorzubringen.

Deadwood Dick räumt auf mit „Winnetous“ verklärtem Wildwest-Bild, und bietet dem Leser ein knallhartes aber authentisches Bild der USA im 19. Jahrhundert.

Landschaften und Gefechte werden so fantastisch beschrieben, dass man glaubt, man stünde mitten im Kugelhagel, während die Geier hoch am Himmel kreisen. Aber auch die Charaktere sind skurril, komisch und trotzdem niemals unglaubwürdig.

Joe R. Lansdale ist erneut ein fantastisches Buch gelungen, das mich von der ersten Seite an gefesselt hat. Ein Western, wie man ihn sich wünscht.

Lesen sie auf jeden Fall „Deadwood Dick“!


Dennis Witton empfiehlt

„Der Pfau“ von Isabel Bogdan

Kiepenheuer & Witsch , 18,99 €

Fünf Londoner Investmentbanker haben sich für ein Teambildungsseminar auf dem Anwesen von Lord und Lady McIntosh einquartiert. Begleitet werden sie von einer aufstrebenden Psychologin, einer sehr patenten Köchin und dem Hund der Abteilungsleiterin der Bank.

Das Anwesen hat sein besten Tage schon lange hinter sich, so dass die Heizung und auch die Elektrizität zu wünschen übrig lassen. Als wäre das nicht schon alles schlimm genug, scheint einer der auf dem Gelände lebenden Pfauen komplett durchgedreht zu sein, und somit den Aufenthalt der solventen Gäste zu ruinieren. Lord McIntosh ist bereit, alles dafür zu unternehmen, dass die Banker bleiben.

Wieso aus dem Pfau dann eine Gans und am Ende ein Fasan wird, wer was vor wem verheimlicht, welche Rolle der Hund der Abteilungsleiterin spielt und warum die Banker dann sogar länger bleiben als ursprünglich geplant, lesen Sie am besten selber.

„Der Pfau“ ist -im wahrsten Sinne des Wortes – ein köstliches Buch, das durch intelligenten Witz und ein fein gezeichnetes Personal unterhält. Freunde von britischem Humor werden hiermit ihre helle Freude haben.


Philipp Buir empfiehlt

„Wir haben Raketen geangelt“ von Karen Köhler

dtv, 9,90€

Wer Kurzgeschichten für nichts Halbes und nichts Ganzes hält, wird nach diesem Buch anders denken!
„Wir haben Raketen geangelt“ von Karen Köhler ist eine Sammlung von neun Kurzgeschichten direkt aus dem Leben. Es geht um Leute, die oft nicht mehr weiter wissen, gestrandet sind und sich festgefahren haben, und doch finden Sie alle die Kraft, sich aufzurappeln und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Ob es nun darum geht, im amerikanischen Death Valley festzusitzen oder einer furchtbaren Arbeit auf einem Kreuzfahrtschiff nachzugehen , Karen Köhlers Figuren schaffen es, sich aus ihrer Situation zu befreien, ob mit oder ohne Hilfe aber dafür immer mit einer Entschlossenheit, die man nur bewundern kann.
Mir ist beim Lesen das Herz aufgegangen und ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der schöne Geschichten schätzt. Egal, ob kurz oder lang.



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